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Gingivitis, Parodontitis
(Zahnfleischentzündung, Parodontose)

Bei der GingivitisParodontitis (Erkrankung des Zahnbettes) geraten unser Zahnfleisch und der Kieferknochen, in den die Zähne eingebettet sind, in Mitleidenschaft. Sie ziehen sich zurück, und der Zahn lockert sich, bis er Beschwerden macht und entfernt werden muss. Mit der Parodontalsonde (siehe unten) kann man die Taschentiefe ermitteln und nach Blutungen sondieren.

Zahnfleischentzündung durch
Beläge! Das Zahnfleisch ist
gerötet und geschwollen.
Die
Taschentiefe beträgt 2-4 mm

Wird nicht behandelt,
zerstört die Entzündung
den Knochen. Taschentiefe
4-10 mm
Hat die Entzündung den
Knochen zerstört, ist
eine Behandlung nicht
mehr möglich. Der Zahn
muss enrfernt werden

Diese so genannten Zahnbetterkrankungen werden wie die Karies durch verschiedene Faktoren verursacht und beeinflusst. Vererbung spielt bestimmt eine Rolle, aber in erster Linie haben Umweltbedingungen inmitten einer zivilisierten Welt den größten Einfluss auf diese bakterielle Erkrankung. Die tägliche Kost unserer Vorfahren war über Jahrmillionen fest und zäh und arm an isolierten Kohlenhydraten. Auf diese Ernährungsbedingungen waren  das Zahnfleisch und der Kieferknochen programmiert. Durch unsere relativ weiche Nahrung fehlt die erforderliche Massage und Durchblutung der Gewebe.


Alarmzeichen für Parodontitis
Zahnfleischbluten, Mundgeruch, Belagbildung

Schlechte Lebensbedingungen inmitten einer immer stärker belasteten Umwelt, sowie eine Selbstvergiftung durch Ernährungsfehler, führen letztendlich zu einer Zerstörung des Zahnhalteapparates. Starker Stress kann durchaus auch zu Entzündungen des Zahnfleisches führen. Menschen in schwierigen Lebenssituationen weisen häufig starke Entzündungen im Mundbereich auf. Die Parodontitis ist also keine natürliche Alterserscheinung, sondern eine Erkrankung unter vielen, die ein Hinweis auf eine allgemeine Belastung des Immunsystems darstellt, insbesondere des Darmes.
Der/Die Zahnarzt/ärztin erkennt die Parodontitis an Veränderungen des Zahnfleisches, durch Messen der Taschentiefen zwischen Zahn und Zahnfleisch und anhand von
Röntgenaufnahmen des Gebisses.

 

Behandlung der Parodontitis

Die Parodontitis wird nach einem Stufenplan behandelt:

Zunächst wird das Gebiss optimal von harten und weichen Belägen gereinigt. Anschließend findet eine intensives Training der Zahnpflege mit Motivation durch Aufklärung der Zusammenhänge statt. Bei der Nachkontrolle nach einigen Wochen, werden die restlichen Beläge beseitigt, die Zahnpflege überprüft und der Patient remotiviert. In den meisten Fällen hat sich dann das Krankheitsbild der Parodontitis deutlich gebessert, manchmal ist sie sogar verschwunden.

Wenn weiterer Behandlungsbedarf besteht, wird der Zahnarzt die Zahnfleischtaschen gründlich unter lokaler Anästhesie reinigen (Geschlossene Kürettage). Meistens kann der Patient so nach einigen Monaten geheilt nach Hause geschickt werden. Er muss allerdings in regelmäßigen Abständen Kontrolle und Reinigungen durchführen lassen, sonst ist das Behandlungsergebnis nicht stabil.

Bei schwierigen Krankheitsbildern sind kleine Operationen am Zahnfleisch notwendig (Offene Kürettage), mit oder ohne
Antibiotika. In vielen Fällen können hier sogar therapieresistente Parodontitiden verlangsamt oder gestoppt werden.

Neuerdings gibt es auch chirurgische Techniken, die den Knochen in speziellen Fällen wieder zum Wachsen anregen können. "Regenerative Verfahren" nennt man diese Techniken in der Parodontologie, wenn der zerstörte Zahnhalteapparat auf biologische Weise wieder hergestellt wird. Dabei wird ein körpereigenes Protein (Amelogain), welches vom Körper nur in der Zahnentwicklung produziert wird, durch den/die Zahnarzt/Zahnärztin eingebaut. Dieses Amelogain führt zur Wiederherstellung von Zahnzement, Fasern und Kieferknochen wenn es auf die Zahnwurzel aufgetragen wird.


 

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