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Nr. 1
Prävention in Medizin und Zahnmedizin – Vitalität durch Sauerstofftraining – zelluläre Kraftwerke natürlich reparieren Als Prävention (vom lateinischen praevenire für „zuvorkommen, verhüten“) bezeichnet man vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. Ganz allgemein kann der Begriff mit „vorausschauender Problemvermeidung“ übersetzt werden.
Die folgende Information zeigt eine der effektivsten Methoden zur Gesunderhaltung unserer Zellen und dort v.a. des Zentrums der Energiegewinnung, den Mitochondrien.
Sowohl in der klinischen Parodontologie, der Lehre zu Erkrankungen des Zahnhalteapparates als auch in der präventiven Medizin (siehe weiter unten) konnten neue und überaus effektive Behandlungsprinzipien eingeführt werden mit dem Ziel, zum einen eine grundlegende Mundgesundheit mit allen Auswirkungen auf Körper, Seele und Geist zu erreichen, zum andern eine Stabilisierung auf der Zellebene und dort im Bereich der Mitochondrien zu erreichen.
Das Grundproblem: Die Parodontitis ist ein entzündliches Geschehen als Antwort auf bestimmte Mundbakterien; gelingt es nicht, die bakteriellen Reize zu beseitigen, wird aus einer akuten Parodontitis eine chronische Parodontalerkrankung. Was konnte in den neuesten Studien zur Parodontologie gefunden werden? o Chronisch-entzündliche Prozesse allgemein spielen eine kritische Rolle bei - Diabetes mellitus - Herz-Kreislauferkrankungen Erkrankungen - Diskutiert werden auch Einflüsse auf sog. kognitive Erkrankungen (Merkfähigkeit etc.) o Parodontitis erschwert die Kontrolle des Blutzuckers bei Diabetikern und erhöht das Risiko diabetischer Komplikationen. o Die erfolgreiche Behandlung der Parodontitis verbessert die glykämische Einstellbarkeit des Diabetes. o In klassischen Querschnittsstudien konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Parodontitis häufiger an kardiovaskulären Erkrankungen leiden als Individuen ohne Parodontitis. o Parodontitis ist als Risikoindikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkannt. o Übergewicht ist dagegen ein Risikoindikator für Parodontitis; die Fettzellen produzieren sog. Proinflammatorische Zytokine, die in der Entstehung der Parodontitis eine Rolle spielen. o Patienten mit rheumatoider Arthritis haben höhere parodontale Entzündungsmarker im Speichel!
Zusammengefasst:
o Zahnfleischerkrankungen bilden mit anderen chronischen Erkrankungen ein komplexes Krankheitsgeschehen und können nicht länger als ein singuläres Ereignis gesehen werden! o Faktoren, die ganz allgemein das Ausmaß von Entzündungsreaktionen beeinflussen, sind: - Rauchen - Diabetes - Genetik bzw. Epigenetik - Fettleibigkeit - körperliche Inaktivität - mentale Ängstlichkeit - Depression - Stress und - OXIDATIVER STRESS
Fazit: Eine effektive Therapie von Zahnfleischerkrankungen sollte nicht nur zahnärztlich-klinische therapeutische Maßnahmen beinhalten, sondern auch Therapien hinzuziehen, die sonst auf medizinischer Ebene zur präventiven Behandlung chronischer Entzündungen eingesetzt werden.
Ein neues präventives Konzept in der klinischen Parodontalbehandlung
Therapeutisches Zelltraining macht müde Mitochondrien wieder munter!
Das sog. Intervall-Hypoxie-HyperoxieTraining (IHHT) ist ein innovatives Verfahren in der ganzheitlichen Medizin mit sehr breitem Anwendungsspektrum. Wir kennen alle aus dem Sport das Höhentrainingslager; dort wird naturgemäß ein Stoff wirksam: die Höhenluft, eine etwas „dünnere“ Luft als wir normalerweise gewöhnt sind. Die Hypoxie, also die Versorgung durch eine Atemluft mit geringerem Sauerstoffgehalt („dünne Luft“), ist seit mehr als 100 Jahren Gegenstand der physiologischen und medizinischen Forschung. Seit mehr als 40 Jahren werden die physiologischen Effekte der sog. Intervall Hypoxie erforscht. Wenn wir an Hypoxie denken, dann verbinden wir in der Medizin damit meistens etwas Bedrohliches: Herzinfarkt oder Cerebralinfarkt, Schlafapnoe, Taucherkrankheit usw... Während im Westen überwiegend der Schwerpunkt der Forschung auf den „negativen“ Effekten der Hypoxie auf den Organismus im Zentrum der Forschung stand, wurde und wird auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR (hier wurden mittlerweile bereits 3 - 4 Millionen Patienten an Kliniken mittels IHHT behandelt) und China seit ca. 40 Jahren der POSITIVE Effekt der Intervall-Hypoxie erforscht.
Bei dem neueren IHT Plus Verfahren inhaliert die Person im Intervall Luft mit reduzierter Sauerstoffkonzentration (15% - 9% O2, Hypoxie Phase – die normale Atemluft unserer Umgebung besitzt eine Sauerstoffgehalt von 21%) und gesteigerter Sauerstoffkonzentration (34,5% O2, Hyperoxie-Phase). Das Training erfolgt bei bequem sitzender Position.
Der Grad der Hypoxie und die Länge der Intervalle werden in unserer Praxis vor der Behandlung individuell per Muskeltest bestimmt, zusätzlich wird das System per Biofeedback Regulation über den am Finger online gemessenen Sauerstoff Partialdruck des Kapillarblutes gesteuert.
Welchen Effekt hat die IHHT?
Ganz allgemein beurteilt, dient die IHHT dazu, die Gesundheit des Menschen nachhaltig zu verbessern; in der Zahnmedizin wissen wir, dass z.B. der Zahnhalteapparat ein Spiegel dieses Gesundheitszustandes ist. Zielgebiet der IHHT ist die Verbesserung der Arbeit der Mitochondrien in der Zelle (ob Körperzelle, Zellen des Kieferknochens, Nervenzellen o.a.)! Das Training zielt also auf unser Zentrum zur Energieproduktion ab, als Abschluss der Verstoffwechslung unserer Nahrung zum sog. ATP (Adenosintriphosphat).
Dabei moduliert das IHHT insbesondere den Stickstoff-Monoxid (NO) Stoffwechsel der Zelle, der von grundsätzlicher Bedeutung für die Energieproduktion ist. Eine – z.B. stressbedingte – überschießende NO Produktion kann, insbesondere in den Mitochondrien zu überschießender Entstehung von sog. RNS (reactive nitrogen species), z.B. Peroxynitrit führen, die die Zellatmung massiv hemmen und so zu einer nicht gewollten zellulären Hypoxie führen. Dabei entstehen u.a. saure Stoffwechselprodukte, die belastend auf die Gesamtregulation wirken.
Die Mitochondrien , deren Lebensdauer ca. 2 – 4 Wochen beträgt, unterliegt während ihrer Arbeit vielfältigen Belastungen, die zu Beschädigungen führen. Reparaturvorgänge hinterlassen leider keine vollwertigen Mitochondrien sondern solche, die weniger effektiv arbeiten, den Stoffwechsel durch toxische Abfälle belasten und schneller neugebildet werden als vollwertige. Das IHT führt dazu, dass diese Mitochondrien eliminiert werden.
Ein ähnlicher Effekt zeigt sich übrigens bei regelmäßigem kurzen Fasten!
Die IHHT sollte begleitet werden von einer gezielten Substitution bestimmter Vitamine und Mikroelemente, die die Arbeit von Zellenzymen im Zusammenhang mit der Arbeit der Mitochondrien unterstützen. Welche Stoffe substituiert werden müssen, lässt sich durch Vollblutanalysen bzw. durch bioenergetische Tests feststellen. In der Zahnmedizin kann der präventive Nutzen des Höhentrainings als Unterstützung der Therapie von Zahnfleischerkrankungen gesehen werden; ferner können positive Einflüsse auf den Muskelstoffwechsel erzielt werden bei CMD (craniomandibulärer Dysfunktion) und als Begleitbehandlung von Herd- und Störfeldtherapien.
Nr. 2
Zahnmedizin: Parodotosebehandlung bessert Endothelfunktion - Prävention der Atherosklerose
Farmington - Die Behandlung einer Parodotose kommt nicht nur der Zahngesundheit zugute. Langfristig könnte sie vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, worauf die Ergebnisse einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2007; 356: 911 - 920) hindeuten. Kurzfristig kann durch die Behandlung jedoch eine endotheliale Dysfunktion induziert werden.
Die bakterielle Besiedelung der Zahnfleischtaschen und die daraus resultierende Entzündungsreaktion sind keinesfalls auf die Gingiva beschränkt.Frühere Studien hatten gezeigt, dass Menschen mit ausgedehnter Parodontose erhöhte Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein (CRP) im Blut haben.Diese sind wiederum mit einer endothelialen Dysfunktion assoziiert, die nach heute allgemein anerkannten Vorstellungen der Ausgangspunkt der Atherosklerose ist mit ihren bekannten Endpunkten Herzinfarkt, Schlaganfall et cetera.
Es erscheint deshalb plausibel, dass eine zahnärztliche Parodontosebehandlung eine kardiovaskulär präventive Wirkung haben könnte.
Maurizio Tonetti von der Universität von Connecticut in Farmington und Kollegen in London randomisierten 120 Patienten mit schwerer Parodontose auf eine normale zahnärztliche Behandlung (supragingivale Plaqueentfernung und Reinigung) oder aber auf eine intensive Parodontose-Therapie: dabei wurden unter Lokalanästhesie an allen Zähnen Plaques und Biofilm auch subgingival, also bis in die Tiefe der Zahnfleischtaschen hinein entfernt. Außerdem wurden alle Zähne saniert, nicht zu rettende Zähne extrahiert.
Wie gründlich diese Therapie war, wurde 24 h später auch bei der Blutuntersuchung und einem Funktionstest des Gefäßendothels sichtbar. Im Blut war die Konzentration der Entzündungsmarker (CRP und Interleukin-6) und der Endothel-Aktivierungsmarker (lösliches E-Selektin und von Willebrand Faktor) im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöht. Und im Endotheklfunktionstest FMD ("flow-mediated dialtation") war die Fähigkeit der Art. brachialis eingeschränkt, sich nach Ischämiereiz oder nach Injektion von Nitroglyzerin zu dilatieren. Bei der 2. Untersuchung am Tag 2 nach der Behandlung war dieser initiale "Entzündungsschub", den die zahnärztliche Behandlung auslöste, bereits verschwunden. Danach besserte sich die FMD bei den intensiv parodontosetherapierten Patienten kontinuierlich.
Die Untersuchung belegt nach Ansicht der Autoren, dass eine intensive zahmärztliche Therapie die endotheliale Funktoin im gesamten Körper bessert. Ob daraus jedoch eine Prävention der Atherosklerose und seiner Spätfolgen resultiert, müssen weitere Studien zeigen, die eine größere Gruppe von Patienten über einen längeren Zeitraum beobachen müsste.
(Auszugsweise Wiedergabe aus rme/aerzteblatt .de)
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