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Kiefergelenk, Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Kieferschmerzen
Craniomandibuläre Dysfunktion CMD , Bruxismus

Zähne, Kiefergelenk und
Kopfmuskulatur stehen in
einem engen Zusammenhan

+ Häufig wiederkehrende oder Chronische Schmerzen sind ein typisches Merkmal unserer westlichen Zivilisation , leiden doch viele Menschen an anhaltenden oder häufig rezidivierenden Gesichtsschmerzen,  Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder an anderen schmerzhaften Beeinträchtigungen. Während in früheren Zeiten Erkrankungen meist kurz und heftig waren und der Betroffene entweder gesundete oder verstarb, so kann heute durch unsere medizinischen Errungenschaften fast jedem akut Erkranktem wirksam geholfen werden.
Manchmal ist die Heilung allerdings nur vordergründig, die Erkrankung nur scheinbar überwunden, da sie sich nach und nach zu einer dauerhaften schmerzhaften Beeinträchtigung wandelt. Solche Krankheitsverläufe sind häufig im Bewegungsapparates zu finden. So können zwar auch akute Schmerzen, die durch Unfälle oder andere Ereignisse verursacht sind, häufig erfolgreich behandelt werden, aber nicht selten kommt es in der Folge zu chronischen Schmerzsyndromen im muskuloskelettalen Apparat.

+ Ein anderes typisches Merkmal unserer heutigen Gesellschaft ist die chronische psychische Anspannung, bedingt durch berufliche, familiäre oder andere soziale Faktoren. Zielorgane von solchem Stress sind nicht nur der Magen oder das "Nervenkostüm", nein auch die Zähne sind ein allgemein bekanntes "Hilfsmittel", um angestaute Anspannung mit Hilfe der Kaumuskulatur abzuarbeiten (Bruxismus). Nun kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Menschen schon immer unter Stress zu leiden hatten, ja, man sollte meinen, dass sie diesen bei ihrem Überlebenskampf in früheren Zeiten noch erheblich mehr als wir heute zu erdulden hatten. Allerdings fanden sie auch hinreichend körperlichen Ausgleich und konnten so diesen Stress durch harte tägliche Anstrengung bei der Nahrungssuche und dem Überlebenskampf auch besser wieder abbauen.

+ Der Mangel an Bewegung und körperlichem Training ist somit ebenso eins der großen gesundheitlichen Probleme unserer Zeit, wie es die ungenügende Stressbewältigung ist. Der durchschnittliche Erwachsene braucht heute in der Regel bei der Arbeit oder in der Familie nahezu keine körperlich trainierenden Tätigkeiten mehr auszuüben und kann sich bei schweren Arbeiten fast völlig auf Maschinen verlassen. Hinzu kommt, dass unsere Ernährungsgewohnheiten diesen Bedingungen nicht Rechnung tragen und es durch unausgewogene bzw. zu reichliche Nahrungsaufnahme häufig zu zusätzlichen Belastungen des Körpers im Besonderen auch des Bewegungsapparates kommt (Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.).

+ Im Mundbereich kommt hinzu, dass hier "a priori" ein hoher Therapiebedarf besteht, sei dies durch  Kieferfehlwachstum, Karies oder Erkrankungen des Zahnhalteapparates bedingt. Therapeutische Maßnahmen wie Kieferregulierungen, Füllungen oder Zahnersatz führen so zu einer immer größer werdenden Beanspruchung der natürlichen Anpassungsfähigkeit der beteiligten Geweben in der gesamten Kopfregion.

+ Diese Vielzahl von Risikofaktoren können nun dazu führen, dass im Zusammenspiel der weichen und festen Strukturen der Kopfregion ein immer größeres Ungleichgewicht auftritt. Die Muskulatur verspannt und wird schmerzhaft, die Zähne werden empfindlich oder nutzen sich übermäßig ab, die Kiefergelenke beginnen zu knacken, oder schmerzen bei der Bewegung.

+ Die auf der Basis der oben beschriebenen Risikofaktoren entstandene Erkrankungen im Kiefer- und Gesichtsbereich werden unter dem Krankheitsbild der sog. Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) zusammengefasst. Dieses Krankheitsbild umfasst alle schmerzhaften und nicht schmerzhaften Beschwerden, die auf strukturelle, biochemische und psychische Fehlregulation der Muskel-, Kiefer- und/oder  Kiefergelenkfunktion zurückzuführen sind. Häufig auftretende Symptome dieser Erkrankung, die durch den Zahnarzt diagnostiziert werden, sind z.B. Kaumuskelschmerzen, Kiefergelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Kiefergelenkgeräusche, Tinnitus aber auch Schmerzen in nicht primär involvierten Strukturen, wie z. B. dem Nacken (eine vollständigere Auflistung finden Sie in der Symptomliste .
Die Craniomandibuläre Dysfunktion als Ursache von Schmerzen im Kiefer- und Gesichtsbereich wird, sowohl durch einen in der breiten Öffentlichkeit als auch in Fachkreisen vorhandenen Informationsmangel, oft spät oder überhaupt nicht erkannt. Dies führt in vielen Fällen zu einer Chronifizierung des Schmerzgeschehens, das dann therapeutisch nur noch sehr schwer zu beherrschen ist.
Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist in ihrer schweren chronischen Verlaufsform eine Erkrankung, die eine fachübergreifende Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen bis hin zur Verhaltentherapie (psychologische Schmerztherapie) notwendig machen kann. Die Mitarbeit des Patienten und seine Einsicht in die Zusammenhänge seiner Erkrankung - insbesondere bei chronischem Schmerzgeschehen - sind aber letztendlich entscheidend für das Behandlungsergebnis.

(Text entnommen aus "Der etwas andere Kopf- und Gesichtsschmerz, Craniomandibuläre Dysfunktionen CMD von Horst Kares, Hans Schindler, Rainer Schöttl, Schlütersche 2003, Saarbrücken - Saarland)

Elektronische Diagnoseverfahren zeigen muskuläre Verspannungen und die Güte des Zusammenbisses!

 

Aufbisschiene (Aufbissbehelf) für den Unterkiefer

Die Komplementärmedizin leistet auch im Falle der CMD wertvolle Hilfe, da sie nach der Ursache einer Erkrankung fragt und diese therapiert. Dabei werden die aus der Akupunktur bekannten Subsysteme des ZMK Gebietes und der mit ihnen vernetzten weiteren Subsysteme einer Prüfung unterzogen und mittels Resonanztest kausale Faktoren gesucht.

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